Sport ist Mord oder Doping für alle

Die Sportwelt steht Kopf: Erst gibt es lachhafte Strafen für schwere Kopfstöße bei der Fußball-WM, dann wird uns die Tour de France vermiest, weil so ein Floyd Landis meint, all zu sehr auf den Spuren von Lance Armstrong radeln zu müssen. Von unserem Jan Ullrich mal ganz zu schweigen. Was sagt uns das?

Die Sportwelt ist aus den Fugen geraten. Früher, d.h. zu Zeiten des Kalten Krieges war das Doping ganz klar ein Ostproblem. Wir alle erinnern uns an Olympische Spiele, bei denen östliche Schwimmerinnen derart aussahen, dass sie mit Sicherheit aus Lokalen flogen, wenn sie auf die Damentoilette gehen wollten. Dafür konnten sie aber vermutlich besser im Stehen pinkeln als die meisten Männer. Dann gab es ein paar amerikanische Leichtathleten, die glaubten, sie müssten sich mit Pülverchen noch ein bisschen fitter als fit machen und heute ist Doping im Westen und in Mitteleuropa angekommen. Am Anfang glaubten wir alle noch gerne an gemeine Attentate wie bei Marathonläufer Baumann aber inzwischen ist alles anders.

Jan Ullrich konnte sich nur einmal darauf berufen, in der Disco ein Speed in den Drink geschleust bekommen zu haben. Die interessante Frage wäre ja schon damals gewesen, was ein im Wettbewerb stehender Athlet überhaupt in der Disco zu suchen hat. Nochmal wird das Team Telekom ihn nicht aufnehmen.

Floyd Landis hat sich ein bisschen im Windschatten von Lance Armstrong gewähnt. Der radelte damals auf einer Welle der Sympathie angesichts seiner besiegten Krebserkrankung. Wie ein Titan erradelte er sich Sieg um Sieg unterstützt von der charismatischen Dauerfreundin Cheryl Crow, die er zum Dank pünktlich zu deren Krebserkrankung verlassen hat. Nun ja, warum sollen Radfahrer auch besser sein als andere Menschen?

Floyd Landis feierte bei der Tour der France nach einer abgeschlafften Performance eine Wiederbelebung, die man nur als biblisch bezeichnen kann. Da seine Eltern tiefreligiös sind – vielleicht kein Wunder sondern Ergebnis von Gebeten. Nur leider halt beim Test ein bisschen viel Testosteron im Blut.

Landis keck: Er habe halt mehr Testosteron als andere Männer – die kleine Sexbombe! Wahrscheinlich erzählt er als nächstes, dass er beim Strampeln lediglich sein Vivil mit Viagra verwechselt hätte.

Schade um den Sport, da hier der Eindruck erweckt wird, dass man nur mit Pülverchen und ausschließlich mit Pülverchen einen Sieg erradeln, erschwimmen, ertreten oder sonst was er…. kann. Das stimme selbst für Gedopte natürlich nicht.

Schade ist es aber für alle jenen Athleten und Freizeitsportler, die sich ehrlich abmühen und dann sehen, wie Sportler an Ihnen vorbeiziehen, die ehrlicherweise von Bayer Leverkusen gesponsort sein müssten.

Das ist halt so wie überall im Leben. Der ehrliche Steuerzahler wird inzwischen angeschaut wie ein geisteskranker Alien, in der Politik erwarten die Menschen geradezu Halunken zu wählen und betrogen zu werden, weil sie das Gefühl brauchen, dass die da oben keinesfalls besser sind als wir hier unten - eher schlechter. Sonst macht das Bescheißen bei der Steuererklärung ja auch keinen Spaß.

Flöten geht im Sport die Idee des tapferen Athleten, der allen Hindernissen zum Trotz den großen Sieg erkämpft. DA sind wir altmodisch und vergessen dabei, dass die Sportler jedes Jahr mehr, schneller, höher und weiter sein müssen, damit wir sie lieben.

Vielleicht stimmt ja nicht nur etwas in den Köpfen mancher Sportler nicht, sondern auch in unseren?

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