Was tun sprach Angela und sah gedankenvoll zum großen Bruder

Zuerst die gute Nachricht: Die Wirtschaft boomt, es gibt wieder mehr offene Stellen, die Zahl der Hilfeempfänger liegt erstmals seit langem deutlich unter fünf Millionen, die Agentur für Arbeit erwirtschaftet Überschüsse.

Alles schick, oder?

Gut, jetzt das Kleingedruckte: Im Nahen Osten herrscht eine instabile Waffenruhe, George W. Bush will mit dem Iran auch einen Krieg führen, weil er nicht schnallt,. dass er in der Region schon Krieg führt. Die Haushaltslage der USA wird immer prekärer, weil Kriege Geld kosten und keinen Gewinn bringen (außer natürlich der Rüstungswirtschaft). Außerdem gibt es einen besonderen Platz im Geschichtsbuch und in Kabarettprogrammen.
Da sehnt man sich ein wenig nach den Zeiten von Bill Clinton, der nicht nur seinen Hormon- sondern auch seinen Finanzhaushalt zu balancieren verstand. Außerdem war sein Vater ein Säufer, dem er nichts beweisen musste. Schwieriger ist es wenn der Vater die Lichtgestalt und der Sohn zwar inzwischen ohne Fahne aber unter voller Beflaggung Daddy beweisen muss, dass er ganz tolle Krieg führen kann, auch wenn es ihm sonst nicht vergönnt ist, auf dem heimischen Sofa unfallfrei Brezel zu essen.
Wir haben von den USA schon viel übernommen, wie zum Beispiel den Hartz-IV- Satz von 345 €, den es dort genauso in Dollar gibt. Das ist ja auch in Ordnung – schließlich haben wir ja weiland bevölkerungstechnisch einen guten Beitrag zur Gründung der USA geleistet. Fünfzehn Prozent der Bevölkerung soll auf deutsche Wurzeln zurückzuführen sein- das ist doch mal was!
Es wird gerade diskutiert, ob man dem großen Bruder so in allem folgen soll. Sollen wir Truppen nach Libanon entsenden? Was ist, wenn die Soldaten gegen Israelis kämpfen müssen? Geht das?
Während wir diese Diskussionen führen, bauen libanesische Jungs Sprengsätze und stellen sie in Züge. Gut der eine war nach drei Semestern Mechatronik in Kiel nicht in der Lage, einen funktionieren Sprengsatz zu basteln was beweist, dass die Pisa-Studie auch ihre guten Seiten hat. Innenminister Schäuble hat erkannt, dass der „Terrorischmus in Deutschland angekomme isch“. So auf Schwäbisch klingt das ja gar nicht gefährlich sondern eher wie eine Einladung zum Maultaschenessen. Um weiteres Unheil zu verhüten hat er sich mit Bildungsministerin Annette Schavan zusammengesetzt und folgenden Plan entworfen: Zukünftig soll aller Unterricht in Deutschland auf Latein erfolgen. Damit kommen nur die wirklich qualifizierten Lehrer zum Zuge und die Übermittlung gefährlichen Wissens wird eingedämmt. Mit dieser Taktik ist die katholische Kirche vierzehnhundert Jahre lang ziemlich gut gefahren.
Aus der Bomenbastelei lernen wir, dass man im internationalen Terrorismus keine Schutzräume geniest, auch wenn man sich immer fast so neutral wie die Schweiz verhalten hat. Immer brav gewesen zu sein schützt vor Strafe nicht.
Ja und wo wir schon dabei sind, können wir zur Prävention von Attentaten die verzichtbarste Bevölkerungsgruppe ins Rennen schicken: die Hartz-IV-Empfänger. Diese Bevölkerungsgruppe erhält öffentliche Transfermittel (was schicker klingt als es ist) und steht dafür als Spielball für alle niederen Instinkte von Politik und Öffentlichkeit gerne zur Verfügung. Eigentlich könnte man die Leute ganzjährig einsetzen. Im Winter unter einstürzenden Dächern Schnee schippen – im Frühjahr zu Wald und Wiesenarbeiten, dann Spargelstechen, Ernte helfen und vor dem Schneeschippen die Züge kontrollieren, ob sich etwas Explosives darin befindet. Dafür muss man die Hartz-IV-Empfänger wie Sprengstoffhunde ausbilden – was am Hund klappt kann am Menschen ja nicht falsch sein. Wenn man den Leuten dann noch ein Rumfaß umbindet (Nur den Nichtalkoholikern natürlich), kann man sie auch zum Wintersport in die Alpen schicken und als Lawinenhunde arbeiten lassen. Gut, die Hunde werden arbeitslos, haben aber keinen Anspruch auf staatliche Transferleistungen – Voilà!.  Damit wäre des Menschen liebster Freund auch nicht mehr in Gefahr.
Problematisch dabei ist nur, dass die CDU fordert, den Urlaubsanspruch von Hartz-IV-Empfängern zu streichen. Hier muss eine Lösung gefunden werden, damit die Leute in Zügen arbeiten können, ohne sich dabei aus ihren Wohnorten wegzubewegen. Dieses Problem zu lösen, sollte man den Betroffenen selber überlassen – Fördern und fordern ist schließlich die Devise.

 

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