Der richtige Zeitpunkt oder warum die Wahrheit so viele Gesichter hat

Michael Jackson war natürlich viel zu jung um zu sterben. Wenn man aber den Nachrichten aus seinem Umfeld glauben darf war es möglicherweise aber dennoch der - jedenfalls für ihn -richtige Zeitpunkt. Die angekündigte gigantomanische Welttournee hätte dieser an Körper wie Seele zerstörte Mensch niemals durchgestanden. Die Grenzen der Medizin waren erreicht.
Diese Veranstaltung wäre wahrscheinlich gruseliger geworden als das öffentliche Plastinieren von Leichen bei "Körperwelten".
Wer sich freuen kann sind die Erben von Jackson - der Hype wird bestimmt noch diverse Best-Off-Alben provozieren - auf Amazon belegen die Jackson-Titel mit nur einer Ausnahme die Plätze eins bis zwölf.
Jacksons Liebe zu Kindern ist ihm - und seinen eigenen Kindern - zum Verhängnis geworden. Er, der keine Kindheit haben durfte weil ihn ein überehrgeiziger Vater früh über alle Bühnen scheuchte, versuchte für den Rest eines Lebens vergeblich, diese Kindheit nachzuholen.
Sein Disneyworld wurde zum Albtraum für Kinder, wobei man fragen dürfen muss, ob deren Eltern wirklich so naiv waren zu glauben, dass Jackson ein asexuelles Wesen sei. Vielleicht wurden diese Kinder ja auch Opfer ihrer status- und geldgeilen Eltern.
Über missbrauchte Kinder ist der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss nun endgültig ins politische Abseits gestolpert.
Der Verdacht der Kinderpornographie wiegt so schwer, dass er selber schon einem Urteil gleichkommt.
Die Unbelehrbarkeit von Tauss hat ihm aber selber den größten Stolperstein in den Weg gelegt.
Er ist nun am Ende mit einem Paukenschlag aus der SPD ausgetreten und sitzt in dieser letzten Sitzungswoche für die Piratenpartei im Bundestag. So hat auch er sein privates Disney-Land gefunden - nicht so spektakulär wie das von Jackson aber ebenso sinnlos.
Die Piratenpartei setzt sich für absolute Kommunikationsfreiheit im Internet ein - der Spottname für Ursula von der Leyen "Zensursula" soll aus ihren Reihen stammen.
Ursula von der Leyen macht als Familienministerin insofern eine gute Figur, weil sie Familienthemen medial wirksam in die öffentliche Debatte gebracht hat. Leider vertritt sie nur die besser verdienenden Eltern - etwas anderes kann sie sich aufgrund ihrer Biografie wohl nicht vorstellen.
Sie soll schon duzendweise Kindermädchen entlassen haben, weil sie nicht ihren Erziehungsvorstellungen entsprachen. Dass sie Internetseiten einfach sperren möchte, zeigt ihre durch und durch mütterliche Perspektive.
Man hat manchmal den Eindruck, dass sie die Internetgemeinde am liebsten alle ohne Abendessen ins Bett schicken würde.
Und was macht Ahmadinedschad im Iran? Ist er nun gewählt oder nicht? Vielleicht werden wir es nie erfahren. Toll ist, dass die Iraner sich in einer Weise mutig gezeigt haben, die in der westlichen Welt niemand erwartet hätte.
Gerade die jungen Leute haben sich über das Internet solidarisiert und organisiert.
Da kann Zensursula einmal sehen, was passiert wäre, wenn man solche Verbote immer einfach so durchsetzen könnte.
Piraten gehörten früher schon aufgrund ihrer Tätigkeitsfeldes zu den Besserverdienern (wenn auch mit hohem persönlichen Risiko). Wenn sie davon hört, setzt sie sich am Ende vielleicht ja auch einen Piratenhut auf - Michael Jackson hätte daran seine helle Freude gehabt.
 
 
 
 
 

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