Liebe Menschen!

na, das wird ein Weihnachten!!

Wir haben das erste Jahr der Wirtschaftskrise anscheinend besser überstanden als wir alle vermutet hätten. Dabei gibt es aber durchaus widersprüchliche Angaben. Die einen sehen Deutschland schon halb in der Tonne und dann nicht mal in der Biotonne, wie sich das gehören würde - schließlich sind wir ja im Mülltrennen Weltmeister.

Im Schwarzsehen aber auch.

Hat mir doch einmal ein recht wohl situierter Bekannter vorgejammert, dass er seine frischen Shrimps nicht mehr beim KaDeWe kaufen kann sondern auf einen preiswerteren Anbieter zurückgreifen muss.

Für ihn war das der Anfang vom Ende und er zog sich schmollend in seine 150-Quadratmeter Eigentumswohnung zurück.

Das nenne ich ein Desaster - wahrscheinlich gibt es bald eine Tafel für Ex-Millionäre, bei der die Reste von KaDeWe und Lafayette an die Bedürftigen verteilt werden. Die müssen dann eine Bankverbindung in Luxemburg nachweisen, um sich für diese Wohltat zu qualifizieren.

Ja, es gibt aber auch echtes Elend in unserem Land und die Weihnachtszeit ist die Zeit der Nächstenliebe - da wird dann an alle gedacht.

Im letzten Dezember wurde ich in der S-Bahn Zeugin eines Gesprächs zwischen zwei Obdachlosen, die sich über die verschiedenen Weihnachtsessen austauschten, zu denen sie eingeladen wurden.

Am beliebtesten ist das jährliche Gansessen im Estrel-Hotel Berlin, das der Sänger Frank Zander jedes Jahr organisiert.

Da dürfen die Leute auch Wein und Bier trinken, was ich offen gestanden fair finde.

Ich glaube nicht, dass man Menschen, die alles verloren haben noch vorschreiben muss, wie sie zu leben haben.

Einer der beiden Herren in der S-Bahn bemerkte am Ende des Gesprächs etwas lakonisch: "na dann machen wir den Rummel mal wieder mit wa und ab Januar sind wir allen egal."

Das hat mich nachdenklich gestimmt.

In Berlin ist für Obdachlose noch recht gut gesorgt, mit Wärmestuben, Wärmebus und Notunterkünften - in andere Stätten sieht es düsterer aus.

Wenn wir anderen jammern, dann tun wir das auf sehr hohem Niveau.

Ein Bekannter meinte kürzlich, dass das viele Jammern daran läge, das wir viel zu verlieren hätten.

Auch das ist eine typisch teutonische Perspektive, finden Sie nicht? Dass wir auch das was wir besitzen nur unter dem Aspekt betrachten können, was wäre wenn wir es wieder verlören. Trauriger geht nicht.

Liebe Leserinnen und Leser,

lassen Sie uns die Adventszeit doch einfach genießen. Schalten Sie einen Gang runter. Vereinbaren sie vielleicht mit Ihrer Familie einen Geschenkestopp für dieses Jahr - das könnte sich als das allerschönste Geschenk erweisen. Sie brauchen dann keine Angst zu haben, dass das Geschenk gut ankommt, dass das Budget nicht reicht - schenken Sie sich und Ihren Lieben einfach Zeit.

Gehen sie stattdessen vielleicht alle schön miteinander zum Weihnachtsessen und teilen sie die Rechnung. So hat jeder jedem etwas geschenkt und keiner muss in der Küche stehen und schwitzen.

Schenken sie sich Aufmerksamkeit und vor allem - schenken sie einem Menschen in ihrer Umgebung, dem es nicht gut geht Wärme und Aufmerksamkeit.

Damit ist ein wirklich Frohes Fest garantiert!

 

Der Kommentar befasst sich im Dezember natürlich mit der wackeligen schwarz-gelben Koalition - es geht auch in der Adventszeit nicht anders.

Der Haushaltstipp ist der Dekoration ihrer vier Wände gewidmet und das Gedicht kommt in diesem Monat vom Meister der Romantik,  Rainer Maria Rilke.

 

Nun bleibt mir nur, Ihnen und all den Menschen die ihnen nahe stehen wunderschöne friedvolle Weihnachtstage zu wünschen und einen sehr guten Rutsch nach 2010.

 

Herzliche Grüße von Ihrer

Helene Mierscheid

 


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