Liebe Menschen,

herzlich willkommen im strahlenden Juni 2008!

Die EM steht bevor und mich fragte letztens eine sehr gut Freundin sehr fassungslos, ob ich mich denn wirklich nicht dafür interessiere (sie fragte das, weil ich Ihren EM-Planer mit der Begründung abgelehnt hatte, dass sie ihn anderweitig sinnvoller absetzen könne).

Aber es stimmt, Fußball reißt mich nicht vom Hocker – wobei ich letztens beim Zappen ein Spiel der Damennationalmannschaft gesehen habe, dass ich dann doch so spannend fand, dass ich es bis zum Ende angeschaut habe. Blitzsauberer Fußball (wenn ich das als Laie anmerken darf) originell gespielt und wie immer perfekt.

Das könnte gespenstisch sein, aber es macht einfach Spaß, diesem harmonischen Team beim Gewinnen zuzuschauen.

Natürlich wird die EM auch an mir nicht spurlos vorübergehen – dafür sorgt schon alleine die Eckkneipe gegenüber, in der jedes Spiel auf Großbildleinwand und mit viel Bier von kräftigen Männerstimmen zelebriert wird. Da brauche ich gar nicht erst zu versuchen, einen Spielfilm auf ARTE zu schauen.

Typisch Frau!  werden die Männer unter Ihnen jetzt rufen und genießen sie diesen Moment, liebe Machos, weil sie dann an unsere Damennationalmannschaft denken müssen und das „typisch Frau“ da gleich eine andere fußballerische Bedeutung bekommt.

Um auch die Männer zu ihrem recht kommen zu lassen, habe ich in diesem Monat einen Kommentar zum Skandal um die Telekom (in den bisher nur Männer verstrickt sind), ein hilfreiches Kochrezept – für diejenigen, die keinen Fußball schauen sondern sich lieber kulinarischen Dingen zuwenden und ein schönes Gedicht, dass zu Ihrem Wohl wieder nicht aus meiner Feder stammt aber so wunderbar romantisch ist, dass ich es Ihnen – auch als Gegengewicht zum Kommentar – nicht vorenthalten möchte.

Und was macht die Politik so kurz vor der Sommerpause? Sie übt mal wieder das Trennen auf Bundesebene, während Roland Koch in Hessen kifft, um sich an den Gedanken zu gewöhnen, mit den Grünen zu regieren. Er soll dabei auf Rezepte des ehemaligen Ministerpräsidenten Holger Börner zurückgreifen, der sich weiland Joschka Fischer schön rauchen musste. Leider darf man das in Hessen nirgendwo mehr, was die Dinge erschwert.

Die SPD traut sich in Nürnberg mal wieder, der Kooperation mit der Linken abzuschwören, weil sie ja noch über 20 Prozent in der Wählergunst liegt und man in Hessen mit solchen Ansagen prima Erfahrungen gemacht hat.

Was ich bei den Sozialdemokraten schon immer gut fand ist, dass sie keinen politischen Gegner brauchen - sie machen alles gerne selber, auch die Demontage. Es Ist halt doch noch eine Arbeiterpartei.

Kaum jemand scheint sich aber darüber aufzuregen, dass die SPD dafür kritisiert wurde, dass sie zur Bundespräsidentenwahl eine eigene Kandidatin aufstellt – das ist schließlich demokratisches Recht. Abgesehen davon, das Gesine Schwan eine überaus adäquate Kandidatin ist, regt man sich in der Berliner Kulisse darüber auf, dass demokratische Spielregeln diesmal nicht außer Kraft gesetzt wurden.

Da spielt es dann auch keine Rolle mehr, wenn die Telekom das alles mithört

findet Ihre

Helene Mierscheid

 

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