Maigedicht


Üppig junge Mohrenweiber,

Tanzten Wolken wild herbei,

Wiegend warm die schwarzen Leiber,

Zu des Blitzes hellem Klirren,

Zu den Donners dunklem Schrei.


Schwanke Brust du schlanke Hüften:

Hoch auf ihrem Haupte trug

Jede Wolke, rasch in Lüften

Einen Krug im Flug herbei,

Den sie leerte und zerschlug

Bei der Schellentrommel Schwirren,

Bei der Pauken dumpfen Schrei.


Wie sie lachten, wie sie keuchten:

Ungeheuer troff die Lust

Aus dem Tiefen, Lebensfeuchten

Ihnen um die nackte Brust,

Bei der Küsse wildem Girren,

Bei der Freude trunknem Schrei.


Fand schon jede ihren Freier?

Tanzte jede schon vorbei?

Von den Hüften schwebt der Schleier,

Nass in Düften lebt der Mai…

Fern des Blitzes goldnes Klirren,

Stumm des Donners dunkler Schrei…



(Eugen Roth)


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