Gedicht

Ein Gruß zum Neuen Jahr

Ein neues Jahr steht vor der Tür.

Ich fürchte fast, es will zu mir.

Ich brülle durch die Türe: Nein!

Mir kommt kein neues Jahr hier rein.

Das letzte hat mir schon gelangt.

Bin froh, dass es bald abgedankt.

 

Doch vor der Tür das Jahr bleibt stumm.

Es weiß, ich komm um es nicht ‚rum.

Und Ihnen wird‘s nicht anders geh’n.

Das Jahr bleibt vor der Tür nicht steh’n.

Es fällt, da kennen wir uns aus,

zur Not auch mit der Tür ins Haus.

Und plötzlich ist es eingetreten.

Es kommt herein – ganz ungebeten.

 

Und dennoch wünscht man allgemein:

„‘nen guten Rutsch und kommt gut rein!“

Ich frage mich da irritiert:

Wer wird von wem hier penetriert?

Oder damit Sie’s klar verstehen:

Wer kommt da letztlich rein in wen?

 

Und worauf läuft’s zum Schluss hinaus?

Erst kommt man rein, dann muss man raus.

Jahrein, jahraus dasselbe Schauspiel:

Ebnen das alte Rein- und Rausspiel.

Und deshalb soll mein Wunsch nun sein:

Kommse gut raus und wieder rein!

 

 

Martin Buchholz aus „Geh! Denken – Geh! Dichte!

 

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